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Wie soll es weitergehen?

Hallo zusammen,

heute ist ein besonderer Tag. Seit dem 21.03.2020 – also seit 8 Wochen – haben wir auf dem Youtubekanal von Kirche im Kreis sehr regelmäßig Videos veröffentlicht.

Heute morgen, am 17.05.2020 ist das nicht passiert. Der Grund dafür ist die aktuelle Auslastung des Filmteams. Kirche im Kreis ist ein ehrenamtliches Projekt, das viel Zeit benötigt, um die Qualität zu erreichen, die wir anstreben. Und in dieser Woche war es uns leider nicht möglich, ein Video für euch zu produzieren.

In den vergangenen Tagen haben sich auch neue, weitere Fragen aufgetan:

Mit den wiederkehrenden Präsenzgottesdiensten ist es fraglich, ob weiterhin ein Bedarf an den Videos von Kirche im Kreis besteht. Wir glauben, dass die Videos viele Menschen ansprechen, die vielleicht nicht fest in Gemeinden verwurzelt sind. Auch Menschen, die wegen ihrer persönlichen Situation nicht an Präsenzgottesdiensten teilnehmen können oder wollen können so ein paar gute Worte zu sich nach Hause holen. Für diese Personen wollen wir auch weiterhin da sein.

Viele Gemeinden haben mittlerweile eigene Formate entwickelt, die in ihrer Produktionsqualität weit auseinander gehen. Von Handyvideos mit kratzigem Ton bishin zum 4K Livestream ist alles dabei. Wir haben im Gespräch mit verschiedenen Gemeinden allerdings herausgehört: Für die meisten ist das Videothema absolutes Neuland. Auch die Mittel für umfangreiche Videoausrüstung und die Schulung von Gemeindemitgliedern in der Benutzung sind meistens nicht vorhanden. Wir möchten auch hier helfen und unterstützen Gemeinden, die Videos für ihre Mitglieder produzieren wollen.

Wir sind im Moment nicht sicher, wohin die Reise mit Kirche im Kreis gehen soll. Da bei unserem Projekt ihr als Zuschauer im absoluten Mittelpunkt steht, möchten wir euch bitten, uns Ideen und Vorschläge zu senden. Am einfachsten geht das per Mail an live@kircheimkreis.de

– Danke!

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Hoffnungslicht

Meine Oma hat immer gesagt „Not macht erfinderisch.“ Als Kind habe ich das oft einfach hingenommen und es als Lob für meine kreative Problemlösung gewertet.

Vor ein paar Tagen musste ich an diesen Spruch denken. Mir ist bewusst geworden, dass ich nie in meinem Leben eine „richtige“ Not erlebt habe. Und wie so oft, wenn einem etwas auffällt, habe ich plötzlich überall kreative Lösungen entdecken können.

Die Gemeindereferentin Eva Müller, einige kennen sie aus der Jugendarbeit in Lüdenscheid, hat mir von einer tollen Aktion erzählt, die ich gerne mit euch und ihnen teilen möchte.

Über Facebook wird jeden Abend um 19:00Uhr dazu aufgerufen, eine Kerze anzuzünden und gemeinsam zu beten. Erst ein Vater Unser und im Anschluss zum Beispiel ein Gebet mit Impulsen, die die Seelsorger*innen der Pfarrei St. Joseph Gelsenkirchen in ihrem Herzen bewegen.

Durch das Licht, als bekanntes Zeichen von Jesu Anwesenheit in der Welt, soll die Verbundenheit zu anderen Gläubigen ausgedrückt werden. Es ist ein kleines, stilles Symbol, das einen besonderen Rahmen für unsere Sorgen, Bitten und unseren Dank schafft.

Wenn Sie heute Abend die Zeit finden, zünden Sie doch auch um 19:00Uhr eine Kerze an und beten Sie das Vater Unser und folgendes Gebet:

Herr,
vieles ist anders in diesen Tagen der Vorbereitung auf Ostern. Wir können uns nicht mehr mit lieben Menschen treffen, sind viel alleine. Wir verzichten in dieser Fastenzeit auf existenzielle Dinge, wie menschliche Nähe und Umarmungen. Hilf uns ganz besonders jetzt, den Menschen anders nah zu sein, den Kontakt zu halten, füreinander zu sorgen und uns dabei gegenseitig zu schützen. Schenke du uns dabei schon heute dein österliches Licht der Liebe.
Amen

Eva Müller

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Blindheit heilen – Viren auch?

Eine Predigt von Johannes Broxtermann zum 4. Fastensonntag 22.03.2020 (www.johannesbroxtermann.de).

Mit unseren schriftlichen Beiträgen am Mittwoch wollen wir von Kirche im Kreis versuchen, die Zeit bis zum kommenden Sonntag etwas zu verkürzen und Ihnen einen Input innerhalb der Woche mitzugeben.

Das ist die erste „Trockenpredigt“ in meinem Leben. Keine Hörer und Hörerinnen in den Bänken, kein Klang der Stimme. Nur Schreiben – und Lesende, vielleicht, hoffentlich… 

Weil es die erste Pandemie in unserem Leben ist.

Mit meinen über 70 Jahren gehöre ich zur Risikogruppe. Alle Welt sagt zu mir: Pass gut auf dich auf! Aber ich bin merkwürdig unaufgeregt. Noch! Ich kann diesen Tagen sogar etwas abgewinnen: Das Leben ist so entschleunigt und still. Kein Tempo. Kein Druck treibt voran. Bücher stapeln sich: viel Zeit zum Lesen. Auch zum Telefonieren. Pandemien sind nicht nur schrecklich…

Naja! 

Wäre ich Krankenpfleger oder Patient, Ladenbesitzer, Politiker, Unternehmer, Kurzarbeiter, Gastwirt, gebrechlicher Greis, dann würde ich wohl anders reden. Oder wenn ich den ganzen Tag so nebenbei Kinder beaufsichtigen und beschäftigen müsste, die schulfrei haben. Oder… oder…. 

Pandemien sind fürchterlich! Sie schaffen Sorgen und Ängste. Und das gilt weltweit.

Und trotzdem – trotz aller Schreckensmeldungen – ist die Stimmung nicht ganz im Keller. Nachbarn sind gesprächiger als sonst, haben Redebedarf. Manche äußern sich mit (Galgen-)Humor. Videos mit Witz landen auf dem Handy. Soweit sind wir noch nicht wie die besonders gebeutelten Italiener, die dennoch von den Balkonen herunter hier und da Belcanto singen: Va pensiero – flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen… 

Die Regierung bemüht sich um klare Ansagen, die Kanzlerin spricht wirklich wie eine Landesmutter, sie wirbt entschieden um Abstand und Distanz – und darin um Solidarität aller. Und die AfD und die ganze Nörgelfront hält flächendeckend die Klappe – gut, dass nicht die Flüchtlinge die Viren eingeschleppt haben…

Die Kirche macht‘ s hingegen wie alle. Bischöfe reden wie Virologen: Händewaschen nicht vergessen! Weihwasser raus! Keine Messen mehr – zum ersten Mal seit Menschengedenken! Abstand halten – das ist Nächstenliebe heute! Der Papst läuft einsam und allein über die römische Via del Corso, und seine Ansprachen per Funk und Internet sind auch Trockenpredigten ohne Leute. Auf dem Petersplatz lässt sich niemand blicken. Leere, wohin man schaut. Leere, die unser gewohntes Leben unterbricht.

Diese Unterbrechung und Übergangsleere hat wohl auch etwas Gutes. Was der liturgischen Fastenzeit kaum gelingt, könnte das Coronavirus schaffen: die Lee-re, die Stille, die Genügsamkeit zulassen und sehr behutsam entdecken, was sie uns sagt. „Ja, das ist Fastenzeit,“ schreibt eine Frau aus Soest heute im Leserbrief unserer Zeitung: „Ordnung zu machen, mit mir ins Reine kommen. So könnte man diese Krise auch als Segen für unsere Seelen betrachten.“ 

Unterbrechung, so meinte der vor kurzem verstorbene große Theologe Johann Baptist Metz, ist, was Religion bewirken kann. Religion ist Unterbrechung: Ein Stoppschild im Alltag, in den etablierten Abläufen des Lebens. Ein globaler Sabbat von unbestimmter Länge. Ein Innehalten im Lärm der Zeit.

Wie es scheint, müssen wir dazu „gezwungen“ werden – von einem Virus! Freiwillig tut sich da nicht viel in der Abteilung „Muße“. Innehalten ist meist etwas für Sonntagsreden und -predigten. Aber Stress, Hektik, im Hamsterrad laufen, dauernde Ablenkung ist -leider- etwas für Alltagstaten. 

„Wer in der Fremde lebt, lernt die Heimat schätzen.“ Die aktuelle hautnahe Fremdheits- und Leere-Erfahrung kann überreichen Stoff zum Nachdenken lie-fern:

  • Dankbarkeit für das so selbstverständlich Scheinende, das uns tagaus, tagein zur Hand und zur Verfügung war – und Dank für die Nähe von Menschen, die unser Leben -jetzt eher aus der Ferne- bereichern
  • Bescheidenheit und Ernüchterung angesichts der Grenze menschlicher Möglichkeiten: Wir kommen bis zum Mond, aber jetzt kaum vor die Tür. Technisch-ökonomisch sind wir die Herren der Welt – und jetzt legt uns – völlig unvorhersehbar  –  ein kleines Virus lahm! Eine Kränkung unseres Selbstbewusstseins! Vielleicht lassen wir einige Illusionen hinter uns und kommen in der Wirklichkeit neu an – in einem Leben, das fragil, ver-wundbar, zerbrechlich ist (und sein darf!).
  • Anderer Umgang mit der Zeit. Unser Machen und Planen köchelt auf kleiner Flamme. Der Aktionismus läuft leer (es sei denn, uns fallen krea-tive Ideen zu). Wir müssen Langeweile aushalten. Und können innehalten, uns besinnen, in unserem Verhalten ergründen, was uns wirklich wichtig ist (und nach dem Stillstand des CV (Anm. d. Red.: CV = Coronavirus) auch bleibt). Wir können „zu uns kommen“ und dabei kleine Schritte nötiger „Umkehr“ gehen (die ja oft damit zu tun haben, womit wir unsere Zeit füllen).

Das alles ist mögliche „Begleitmusik des Glaubens“. In der jetzigen Grenzerfahrung, die uns das Heft aus der Hand nimmt (Hände sind derzeit nicht so gefragt!), kommt es auf unser Herz an – und darin auf unsere Verbindung zu Gott. Um ihn scheint es ziemlich leise geworden in diesen Tagen. Was zum CV gesagt wird, ist ziemlich ausschließlich medizinisch-hygienisch-politisch. Religiös: weithin Verstummen, außer Aufrufen zum Gebet. Und da möge jeder wirklich beten, so gut oder so stammelnd wie er kann: in dem Vertrauen, dass wir von Gott etwas erwarten können. Dass wir ihn nicht als „nicht zuständig“ empfinden. Dass er mehr und anders ist als eine bloße Idee. Dass wir Menschen ihm nicht wurscht sind, sondern am Herzen liegen. Kerzen mögen brennen, es möge aus vollem Herzen gebetet werden! Nur eines soll niemand sagen: Dass das CV eine Strafe Gottes ist für eine verlotterte Menschheit!

Mir selber ist wichtig, dass wir im Beten versuchen, die Welt „mit den Augen Gottes zu sehen“. Eine unvollkommene Welt gewiss, eine Welt-im-Werden, mit allen Variationen des Leidens. Aber unser Mut, unser Lächeln, unser gutes Wort (am Telefon!), unser Vertrauen, unser Gebet bringen das „Leuchten der Augen Gottes“ in ein kleines Stück unserer Welt und deuten an: Der Karfreitag hat nicht das letzte Wort. Ostern kommt bestimmt! (auch wenn wir es in diesem Jahr nicht in der Kirche feiern können) 

Anders gesagt: Gott bewahrt uns nicht vor allem Leid, auch nicht vor CV. Aber in allem Leid kann er uns bewahren und tiefster Halt sein. Auch jetzt in der weltweiten Krise.

Nach so langer Vorrede ein ganz kurzer Blick aufs Evangelium (Joh 9). Jesus heilt einen Blinden. Eine sehr lange Geschichte ist das, mit wirklich aktuellen Bezügen: Ausschluss aus der Gemeinschaft und erlittene Distanzerfahrung. Die damals sehr drückende Debatte, ob Krankheit eine Strafe Gottes ist. Und die Hygiene: Wasch dich, sagt Jesus zum Blinden…

Die Pandemie und das, was sie mit uns macht: Das kann man auch als eine Blindenheilung lesen. Wenn wir denn dadurch klarer sehen. Wenn wir uns an der Herausforderung nicht vorbeidrücken. Wenn wir „mit den Augen Gottes sehen“, und nicht durch unsere Egobrille.

Kurz gesagt: Wenn wir glauben.

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Moin moin,

Kircheimkreis.de ist live – noch nicht fertig, aber da.

Das Team wächst und wir freuen uns über jede Gemeinde, die Inhalte beisteuern möchte! Es fehlen noch viele Kleinigkeiten und auch einige Größere Themen sind noch in der Mache, aber es geht vorran. Endlich:

Gemeinden. Digital. Zusammen.

Wenn du mitmachen oder uns irgendwas sagen möchtest, schreib uns gern eine Mail an:

live@kircheimkreis.de